Explodierende Immobilienpreise

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Wie vor kurzem in der Braunschweiger Zeitung zu lesen war, sind die Preise für Immobilien gerade zu explodiert. Eigentumswohnungen, Reihenhäuser, Doppelhaushälften, Einfamilienhäuser und auch Bauland kosten wesentlich mehr als in den vergangenen Jahren. Diese Fakten beruhen auf dem Grundstücksmarktbericht 2017 der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen. Auch der gesamte Umsatz mit Immobilien ist stark ansteigend. Hotspot ist die Immobilien Markt in der Region Braunschweig.

Der Grundstücksmarktbericht der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen kann kostenpflichtig heruntergeladen werden.

Bauplätze: Rar und sehr teurer

Kostete zum Beispiel 2012 im Baugebiet Roselies der Quadratmeter noch 135 €, wurden 2017 auf dem Gelände der ehemaligen Heinrich der Löwe Kaserne unglaubliche 360 € verlangt. Laut Gutachterausschuss wird auch in zukünftigen Neubaugebieten in Braunschweig mit ähnlichen Preisen zu rechnen sein. Die wenigen verfügbaren Bauplätze werden hoffnungslos überzeichnet sein. Wenn dann auch noch fast ausschließlich bauträgergebundene Bauplätze (wie z.B. in der ehemaligen Heinrich der Löwe Kaserne) angeboten werden, wird Traum vom eigenem Haus schnell zum Kosten-Albtraum.

Preise für Gebrauchtimmobilien ziehen kräftig an

Ob Reihenhaus, DHH oder EFH – die Preise steigen und steigen. Vor einigen Jahren konnte man für 350.000 € noch ein stattliches EFH erwerben. Heute werden selbst für Stadthäuser (nichts anderes als Reihenhäuser) Beträge diese Größenordnung verlangt. Bei EFH scheint es eine Grenze bei ca. 600.000 € zu geben, für den Käufer maximal bereit sind zu zahlen

Kauf einer Gebrauchtimmobilie, Abriß der Bestandsimmobilie und anschließender Neubau eines EFH mittlerweile preislich teilweise unrentabel

Auch der Kauf einer Gebrauchtimmobilie, der Abriß der Bestandsimmobilie und der anschließende Neubau eines EFH ist mittlerweile preislich teilweise unrentabel. Als Beispiel wird ein EFH mit ca. 80 qm und unterkellert mit 1100 qm Grundstücksfläche in guter Lage in Braunschweig von einem Makler angeboten. Inklusiv allen Nebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notar, Makler [ein Wannsinn, was hier an Provision fließt; noch dazu sind alle Angaben zu dem Objekt mit einem Haftungsausschluss versehen – sprich alles unverbindlich]), kommt damit eine Endsumme von über 400.000 € nur für das Grundstück heraus. Die Kosten für einen Neubau nach gar nicht eingerechnet. Eine Totalsanierung des Hauses insbesondere unter Einhaltung der aktuellen Energiesparverordnung ist ebenfalls ein Kosten-Albtraum und das Ergebnis ist keinesfalls mit dem eines modernen Neubaus mit gutem Grundriss vergleichbar.

Beispielrechnung

Kaufpreis 324.000,00 €
Grunderwerbssteuer 5% 16.200,00 €
Notar 1,5% 4860,00 €
aklerprovision 5,95% 19.278,00 €
Abriß inkl. Asbestentsorgung 35.000,00 €
Summe Kauf Grundstück
400.958,00 €

Eigentumswohnungen

Der Quadratmeterpreis lag 2017 bei knapp 3291 €. 2016 wurden noch durchschnittlich 3032 € verlangt.

Ursachen der steigenden Immobilienpreise

Hauptantreiber ist mit Sicherheit die seit Jahren ultra-lockere Geldpolitik der EZB. Wo sich die Sparer über einen Zinssatz von annähernd Null ärgeren, freut es all die, welche von Immobilienkredite mit historisch niedrigen Zinsen für die Schaffung von Wohneigentum profitieren.  Im Jahr 2015 gab es z.B. beim niederländischen Anbieter MoneYou noch 1,25% Zinssatz auf Festgeld mit einer Laufzeit von 12 Monaten, so sind es aktuell (Stand: Februar 2018) nur noch kümmerliche 0,45%.

In der Eurozone wird der Trend des lockeren Geldes mit Sicherheit weiter fortgesetzt werden. Die Zinsen werden somit auf dem bekannt niedrigen Niveau verharren.

Was tut die Politik?

Im geringen Maße trägt natürlich auch die (lokale) Politik Mitschuld an der Situation. Es könnte durchaus weit mehr Bauland ausgewiesen und auch schneller entwickelt werden. Aber insbesondere die linksorientierten Parteien setzen sich bevorzugt für den (sozialen) Geschosswohnungsbau ein. Der Traum vom Eigenheim wird hier definitiv nicht geträumt. Auch die BIBS verzögert Neubaugebiete immer wieder und setzt sich bevorzugt für Feldhamster und Knoblauchkröten ein.
Somit werden weiterhin viele Familien sprichwörtlich in die Röhre gucken. Leidtragend sind wieder auch einmal unserer Kinder. Naturschutz ist sicher wichtig, aber viele Kinder wünschen sich auch ein eigenes Kinderzimmer und einen eigenen Garten zum Herumtollen. Zusätzlich behacken sich die lokalen Stadtbezirke untereinander, wenn es um die Festsetzung von Routen von Erdtransporten (BG Kälberwiese) oder Erschließungsstraßen (BG Stöckheim-Trakehnenstraße) geht.

Interessengemeinschaften und Anrainer klagen gegen Bauvorhaben

Aber auch viele der neu entstehenden Interessengemeinschaften verzögern bewusst Bauvorhaben und die Ausweisungen von Neubaugebieten.

Gleiches gilt für Anrainer zukünftiger Neubaugebiete. Viele haben scheinbar vergessen, dass sie bzw. die eigenen Eltern auch mal selbst gebaut haben und dies mit Sicherheit auch mit zusätzlichen (Baustellen-)Verkehr und Lärm verknüpft war und auch die damaligen Anrainer statt Feld und/oder Waldblick nun auf die neue geschaffene Häuser blickten. Nur hat man damals halt nicht sofort Klage erhoben oder Interessengemeinschaften zur Durchsetzung der eigenen persönlichen Interessen gegründet.
Aber auch Fälle wie zum Beispiel in Groß Schwülper, wo sich Anrainer gegen die Neubebauung des ehemaligen VW-Villengeländes mit Mehrfamilienhäusern mit geförderten Wohnungen wehren, machen sprachlos.

Herr Hinrich (Ratsherr in Braunschweig und Mitglied der CDU-Fraktion) bringt es in seinem YouTube Video zur Wohnraumoffensive 2018 der GroKo auf den Punkt.


Updatehistorie

23.02.2018
Ergänzung Preisbeispiel Gebrauchtimmobilie

21.02.2018
Kleinere Korrekturen durchgeführt

20.02.2018
Artikel online gestellt


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